Powidltascherl

Meine Freundin Brigitte stammt aus Böhmen, genauer gesagt von Schloss Taikowitz. Die Erinnerungen an das Essen, die Küche und die damit verbundenen Gerüche, fließen immer wieder in unsere lebhaften Gespräche ein.

“Ohne Liebe ist alles nichts.”

Da taucht die Kinderfrau Stasi auf, die jeden Abend Kartoffeln mit Butter oder Grießbrei – natürlich ohne Zimt – für die Kinder zubereitet, Stasis Mutter die immer Buchteln im Speisekasterl hat und bei jedem Besuch „geplündert“ wird und Josef, der zum Frühstück den Kaffee aus dem großen Häferl trinkt und sein Butterbrot dazu isst.

Brigitte sagt von sich selber, dass sie „eine miserable Köchin“ sei.  Ausgenommen Suppe und Salat.

Um dieses Selbstbild etwas zu korrigieren, haben wir sie in unsere Küche eingeladen und gebeten etwas Typisches aus ihrer früheren Heimat zuzubereiten über das sie sich noch nie drübergetraut hat– Powidltascherl.

Brigitte, offen für alles und ganz und gar nicht langweilig – Schürze umgebunden, und los geht!

Dies ist das köstliche Ergebnis ihres ersten Versuchs. Nachgekocht (mit kleinen Änderungen) aus dem Kochbuch meiner Mutter aus den 1950er Jahren.

Das Rezept neu aufgelegt:

Zutaten

Teig:
600 g Kartoffeln mehlig
100 g Vierkornmehl von Werz
30 g Kartoffelstärke
30 g geschmolzene Butter
etwas Salz
1 Ei oder 2 Dotter

Fülle:
Powidl

Die Bröselmischung:
Butter
Rohrzucker
Vanille
Zimt
Vollkornbrösel von Werz

Zubereitung

Die Kartoffeln in der Schale dämpfen. Schälen, kurz ausdampfen lassen und durch die Kartoffelpresse drücken. Auf dem Brett mit der flüssigen Butter, Salz, dem Ei vermischen. Mehl und Kartoffelstärke darüberstäuben und noch einmal kurz durchkneten. (Nicht zu lange kneten, das macht den Teig sonst zäh.)

Die Arbeitsfläche bemehlen und den Teig dünn ausrollen. Mit dem Teigrad Rechtecke radeln, auf die eine Hälfte der Rechtecke einen Klecks Powidl setzen und zu kleinen Taschen verschließen.

Leicht gesalzenes Wasser zum Sieden bringen, die Tascherl einlegen und einige Minuten ziehen lassen. (Unser Versuch im Dampfgarer hat gut funktioniert – vor allem für größere Mengen. Allerdings fanden wir, dass die Tascherl aus dem Salzwasser etwas pikanter sind.)

Während die Tascherl im Wasser sind, wird die Bröselmischung zubereitet. Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen. Die Brösel, den Zucker, Vanille und Zimt dazugeben und bei sanfter Hitze karamelisieren.

Die Tascherl mit dem Siebschöpfer aus dem Wasser heben, kurz abtropfen lassen und in die Bröselmischung setzen. Mit den Bröseln bestreuen und sofort servieren.

Und genießen!

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